Neue Chemieversorgungstrasse H17

Infineons nasschemische Lebensader schlägt

Als „nasschemische Lebensader“ versorgt die neue Chemieversorgungstrasse mehr als 50 Verbraucher in den Fertigungsflächen der Hallen 16 und 17 mit den benötigten Medien. Mit der Fertigstellung des neu installierten Verteilnetz in Gebäude 17 leistet das Facility Management Regensburg einen weiteren Beitrag hin zu einer stabileRen Fab. Im Dezember 2020 konnte das Projekt nach aufwändiger Planungs- und Realisierungsphase erfolgreich abgeschlossen werden.

von links nach rechts: Mike Lachmann (Kinetics, Bauleiter), Dieter Eichenseher (Kinetics, Gewerkeverantwortlicher Chemie), Claudia Faiß (Infineon, Dienststellenleiterin FM DPS), Matthias Adam (Infineon, Gewerkeverantwortlicher Chemieversorgung FM DPS)

Die Planungen starteten bereits fünf Jahre vorher, im Frühjahr 2015. Unter sehr beengten Bedingungen musste ein passender Leitungsweg für insgesamt 17 unterschiedliche Medien, darunter Flusssäure, Ammoniak oder Wasserstoffperoxid, gefunden werden ohne hierdurch den Zugang zu anderen Infrastrukturleitungen und Equipments zu verbauen. Darüber hinaus galt es das Fluchtwegkonzept sowie die brandschutztechnischen Auflagen zu berücksichtigen.

Einen wichtigen Bestandteil der neuen Chemiehaupttrasse stellt das Überwachungs- und Abschaltsystem dar. Damit können künftig bei einer Leckage zielgenau die betroffenen

Medien sofort abgeschaltet und so weiterer Schaden verhindert werden. Mit den neuen Sicherheitsverteilschränken ist es jetzt möglich, Teilstrecken bzw. einzelnes Equipment abzuschalten.

 

Nicht nur platzsparend, sondern auch ein echter Blickfang ist die Doppelrohr-Verlegetechnik der Firma Kinetics, bei der unter anderem bis zu 750 Rohrbögen von fachkundiger Hand gebogen werden mussten. Diese Art der Verlegetechnik kam am Standort Regensburg zum ersten Mal zum Einsatz und hat sich seitdem auch bei weiteren Neuinstallationen, gerade im Bereich von beengten Platzverhältnissen, bewährt. Dieses System erfüllt den derzeit höchsten Sicherheitsstandard.

Während der sechsmonatigen Bauphase wurden je über 4000 Meter Schutzrohre und PFA -Schläuche verbaut. Im Mai 2018 konnte schließlich nach einem umfangreichen Qualifizierungsprozess mit dem ersten produktiven Umschluss auf die neue Chemiehaupttrasse gestartet werden. Da die Umstellungen im laufenden Fertigungsbetrieb durchgeführt wurden, erforderte jede Aktion ein großes Maß an Abstimmung und Koordination zwischen allen Beteiligten. So konnten mehr als 20 Umschlussmaßnahmen ohne Auswirkungen auf die Produktion durchgeführt werden.

Anfang Dezember 2020 fand die Versorgung aller Verbraucher über die neue Chemiehaupttrasse statt. Der nächste Schritt besteht nun darin, die „alte“ Versorgungstrasse zu demontieren. Der neu geschaffene Platz im Basement Halle 17 soll anschließend für weitere Modernisierungsmaßnahmen im Bereich der Infrastruktur genutzt werden.